18. April 2019

GESUNDHEIT

KOLUMNE von Mag. Wolfgang Rizy

Pollenallergie


Mag. Wolfgang Rizy, Apotheke Grieskirchen, Kontakt: 07248/62661, office@rizy.at

Gerade noch den letzten Schnupfen des Winters überstanden, heißt es für viele Leidgeplagte nun schon wieder, die Taschentücher auszupacken. Die alljährliche Pollensaison hat begonnen und wird die Betroffenen zum Teil bis in den Herbst hinein verfolgen.
Während der vergangenen Jahrzehnte haben Allergien stark zugenommen. Mittlerweile nimmt man an, dass in Europa bereits rund 80 Millionen Menschen davon betroffen sind. Ausgelöst werden die Reaktionen durch unser eigenes Immunsystem, das eigentlich völlig harmlose Substanzen oder eben Pflanzenpollen als gefährlich identifiziert und Abwehrmaßnahmen ergreift, die gar nicht notwendig sind.
Eine wesentliche Rolle bei der Allergieneigung spielt die genetische Disposition, welche von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Doch auch ohne erbliche Veranlagung kann es zur Entwicklung von Beschwerden kommen. Negative Umweltfaktoren etwa belasten nicht nur uns Menschen, sondern ebenso die Pflanzen. Sie reagieren mit einer Art Stressreaktion und produzieren mehr Pollen, um das eigene Überleben zu sichern. Und damit setzen sie noch mehr Allergene frei.  
Es gibt mehrere Möglichkeiten, einer Allergie entgegenzuwirken bzw. sie abzuschwächen. Die beste Lösung wäre natürlich, den Pollen komplett aus dem Weg zu gehen, was allerdings nur im Hochgebirge oder am Meer zu bewerkstelligen ist. Langfristig kann die Spezifische Immuntherapie Hilfe bringen. Dabei wird dem Körper das die Reaktionen auslösende Allergen über einen Zeitraum von drei Jahren in geringen Mengen als Tabletten, Tropfen oder in Form von Injektionen zugeführt. Die Dosis wird langsam gesteigert, wodurch das Immunsystem eine Toleranz gegenüber den Allergieauslösern entwickelt.
Um die auftretenden Symptome zu lindern, kann der Arzt Kortison oder wirkungsvolle Antihistaminika verschreiben, die mittlerweile nicht mehr wie früher müde machen und Betroffene die Zeiten extremer Belastungen überstehen lassen. Liegt bereits eine Entzündungsreaktion vor, sollte man nicht nur den Kontakt mit Schadstoffen und Allergenen vermeiden, sondern ebenso bei sportlicher Betätigung, kalter Luft und scharfen Gerüchen auf der Hut sein. Auch eine psychische Belastung kann das Auftreten der Symptome begünstigen.
Selbstverständlich gibt es in Ihrer Apotheke eine Vielzahl von natürlichen Präparaten, die präventiv oder bei akuten Problemen Hilfe versprechen. Auf alle Fälle empfiehlt es sich – zusätzlich zu anderen Heil- oder Linderungsmethoden – den Darm mit Probiotika  zu unterstützen. Unser Darm spielt nämlich eine ganz wesentliche Rolle für unser Immunsystem und muss optimal funktionieren. Ebenso bewährt hat sich Vitamin-C 3g in Kombination mit Zink 20 - 40mg pro Tag, schon am Beginn der Allergiesaison einzunehmen. Wird dies mindestens ein Monat eingenommen, wenn möglich auch länger, kann es das Immunsystem maßgeblich unterstützen und seine übermäßigen Reaktionen verhindern.