18. April 2019

AKTUELLES

Grieskirchner Fahrschullehrer brachte mit 37 Jahre altem Auto Spenden aus dem Landl nach Afrika

Oldtimer war in der Sahara ein sicheres Wüstenschiff


Sicher wie auf einem Kamel, also einem Wüstenschiff, schaukelte ein Fahrschullehrer aus Grieskirchen mit seiner Frau in einem 37 Jahre alten Renault R4 durch die Sahara nach Marrakesch. Bei dem Rallye-Abenteuer mit dem Oldtimer brachte das junge Paar gespendete Schulartikel aus dem Landl nach Afrika.


Im ersten Camp in der Sahara wurden die von den Rallye-Teilnehmern mitgebrachten Spenden zu Bergen gehäuft und symbolisch an den Verein „Enfants du Désert“(„Kinder der Wüste“) übergeben. Damit werden jährlich etwa 20.000 Kinder beschenkt. In den vergangenen Jahren hat der Verein mit Geldspenden auch schon 22 Schulen in Marokko gebaut. Nicht nur in der Wüste, sondern auch in den Camps war Orientierung gefragt. Peter Uhlik: „Man kann sich kaum vorstellen, wie schwierig es ist, sein Auto unter fast 2.000 ähnlichen Fahrzeugen wiederzufinden.“ Fotos: Flashsport

„Nur der Unterboden ist ein wenig ramponiert, das Auspuff-Endrohr teilweise etwas flach gedrückt, ansonsten müssen wir ihn nur sauber putzen,“ ist Peter Uhlik mit dem Zustand seines R4, Baujahr 1982, nach 8.429 Rallye-Kilometern in 20 Tagen überaus zufrieden.
Der 22-jährige Lehrer der Fahrschule Doppler in Grieskirchen ging, wie berichtet, mit seiner Frau Sarah (23) bei der „4L Trophy 2019“ an den Start. Unter den knapp 2.000 Teilnehmern war neben den Uhliks nur noch ein Team aus Österreich dabei. Los ging das Rennen in Biarritz in Frankreich, das Ziel war im marokkanischen Marrakesch.
Vier Tage lang brausten die Teams durch die Sahara über Stock und spitze Steine, Schotterpisten und durch Schlaglöcher. Am Steuer wechselten sich Peter und Sarah ab, geschlafen wurde in Zelten. „Die letzte Wüstennacht verbrachten wir sitzend im Auto an einer Feuerstelle, löffelten Pasta aus einer Hundeschüssel und tranken Sangria aus geköpften Plastikflaschen,“ erzählt das Duo.
Bei der Abenteuerfahrt gab es für das in Marchtrenk wohnende Paar keine einzige Panne, zweimal musste man den R4 aus einem Sandloch befreien. Oft wurde allerdings anderen geholfen. Einziges Missgeschick: Auf einer Mautstraße bei Tanger erwischte man die falsche Auffahrt und verlor so eine Stunde Zeit.
In der Gesamtwertung belegten die Marchtrenker bei 1.700 Klassierten Platz 89. Unter allen nichtfranzösischen Startern waren sie die Drittbesten. Bewertet wurden vor allem die kürzesten, fehler- und schadensfreien Fahrtrouten.
Das Wichtigste bei dieser Rallye war allerdings nicht das Ergebnis, sondern neben dem Gemeinschaftserlebnis die Übergabe von Spenden an marokkanische Kinder. Sarah und Peter Uhlik transportierten mit ihrem R4 etwa 100 Kilo an Schulartikel, die vor allem in den beiden TNMS Grieskirchen und im Gymnasium Dachsberg gespendet worden sind, in die Sahara.