18. April 2019

TIERE

KOLUMNE von Dr. Peter Kollmann

Plagegeister Flöhe


Dr. Peter Kollmann, Gaspoltshofen, www.tierarzt-kollmann.at, Tel. 07735/6943

Der Floh ist für seine großen Sprünge bekannt. Bei einer Sprungweite von 1,5 m übertrifft er seine eigene Körperlänge um das Dreihundertfache. Im Verhältnis zu ihm müsste der Mensch 500 m weit springen können. Diese nicht zu überbietende Meisterschaft ist der Grund dafür, dass Flöhe bei freundschaftlichen Begegnungen von Hunden sehr schnell ihre Besitzer wechseln. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die meisten Hunde zu jeder Jahreszeit Flöhe aufzuweisen haben. Das ist für den Hundebesitzer keineswegs ein Makel, da es sich trotz peinlicher Sauberkeit und täglichem Kämmen und Bürsten nicht immer vermeiden lässt.
Sind es nur einzelne Plagegeister, die sich im Fell eingenistet haben, so ist es infolge ihrer Schnelligkeit nicht immer leicht, einen Floh zu Gesicht zu bekommen. Stattdessen findet man an jenen Stellen, an denen die Schmarotzer Blut gesaugt haben, punktförmige Hautrötungen oder den krümeligen, schwarz glänzenden oder bräunlichen Flohkot. Während die Hautschädigung, die der Flohstich verursacht, nur gering ist, können durch das Kratzen und Scheuern des Hundes Entzündungen der Haut und Rückenekzeme entstehen. Starker Flohbefall hat nicht selten Haarausfall, Blutarmut, Abmagerung, ja bei Welpen mitunter sogar Todesfälle zur Folge. Flöhe können außerdem eine Überempfindlichkeitsreaktion des Organismus auslösen; ein Vorgang, den man als Flohspeichel- Allergie bezeichnet. Flöhe springen nicht nur meisterhaft, sie sind zudem wahre Hungerkünstler und in der Lage, monatelang ohne Nahrung auszukommen. Als Zwischenwirt für den beim Hund häufigsten Bandwurm  spielen sie eine große Rolle.
Hunde können ebenso wie Katzen von mehreren Floharten befallen werden. Für drei dieser Arten sind Hund und Katze Hauptwirte und entwickeln sich vorzugsweise in deren Lager. Vereinzelt kommt auch der Menschenfloh bei Hunden vor. Hunde- und Katzenflöhe sind nicht wählerisch. Sie beschränken sich nicht auf die ihnen besonders zusagende Tierart, sondern saugen mitunter auch einmal bei anderen Säugetieren oder beim Menschen Blut. Der Katzenfloh soll diesbezüglich eine größere Anpassungsfähigkeit besitzen als der Hundefloh.
Es genügt nicht, bei einem Flohbefall nur das Tier zu behandeln. Die Bekämpfung muss sich außerdem auf die Flohbrut erstrecken, d.h., auch die gesamte häusliche Umgebung muss ins Bekämpfungsprogramm unbedingt aufgenommen werden. Dazu sollte Ihr Tierarzt befragt werden, von dem Sie dann auch geeignete Mittel für Ihren Hund und der Wohnstätte (Umgebungsspray, Nebel-Automat…) erhalten. Die Anwendung  bereitet im Allgemeinen keine großen Schwierigkeiten. Teppiche und Polstermöbel saugt man mit dem Staubsauger ab, wobei es zweckmäßig ist, den Staubsaugerbeutel zuvor mit einem flohabtötenden Puder zu versehen, um auf diese Weise die Plagegeister sofort unschädlich zu machen.
Es gibt eine Vielzahl an Präparaten und Anwendungsmöglichkeiten. Nur durch Ihren Tierarzt  werden Sie richtig beraten und erhalten das passende Bekämpfungsprogramm und -mittel.